Hinweis

Vision Naturwald

(Grundlage: Pressemitteilung des BVU vom 14.8.2008)

Grosse Pläne für das Gebiet zwischen der ersten und zweiten Jurakette

Im Raum der ersten und zweiten Jurakette bieten sich gemäss dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau ideale Voraussetzungen für ein grosses Naturreservat. In einer intakten, naturnah bewirtschafteten Landschaft sollen sich grössere Waldflächen frei entwickeln können.

Das Gebiet zwischen Erlinsbach und Thalheim im Bereich der ersten und zweiten Jurakette (dazu gehört auch die Gisliflue) zählt zu den schönsten Landschaften des Aargaus und ist deshalb in das Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommen worden.

Der östliche Faltenjura ist geologisch und in Bezug auf die Vielfalt von Pflanzen und Tieren, darunter viele seltene und gefährdete, ein Juwel. Drei Viertel aller im Aargau vorkommenden Waldtypen, die grössten Trockenwiesen des Kantons, sowie die besten Lebensräume für Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten sind vertreten.

Neben der nachhaltigen Nutzung des einheimischen Rohstoffs Holz ist in diesem einzigartigen Raum bereits viel in die Erhaltung und Pflege der Naturwerte investiert worden *). Beteiligt daran sind im Rahmen der Naturschutzprogramme die Land- und Forstwirtschaft, die Gemeinden und der Kanton Aargau. Es wird auf eine gute Vernetzung der Lebensräume über den Wald hinaus geachtet. Für die Erhaltung der Artenvielfalt braucht es insbesondere auch grössere, nicht bewirtschaftete Waldflächen, in denen die Bäume alt werden und natürliche Prozesse möglichst ungestört ablaufen können.

Zusammensetzung eines solchen Grossreservats von kantonaler Bedeutung:

  • Kern ohne jegliche Holznutzung
  • Verbindungsflächen mit besonders naturnah bewirtschafteten Wäldern
  • Waldbestände, in denen Aufwertungsmassnahmen für seltene und gefährdete Arten ausgeführt werden.

Ein Naturreservat in einer intakten Region hat gemäss der Vision Naturwald auch positive Auswirkungen für die Menschen und die Wirtschaft. Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nähe zur Natur ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der Gemeinden und die Wirtschaftskraft des Kantons Aargau.

*) In Auenstein gibt es bereits zwei grössere Waldnaturschutzreservate (Altholzinseln) welche gemäss vertraglicher Regelung mit dem Kanton während 50 Jahren nicht mehr genutzt werden. Mit einem Steinbruch Gisliflue-Ost könnten diese Verträge nicht mehr eingehalten werden!