Hinweis

Ausgangslage, Grundlagen

Mit dem Richtplan sind die wichtigsten Anlagen der Ver- und Entsorgung zu bezeichnen. Vorhaben mit wesentlichen Auswirkungen auf die räumliche Ordnung und die Umwelt bedürfen einer besonderen Grundlage im Nutzungsgebiet.

Der Materialabbau setzt eine Abbaubewilligung voraus. Für Vorhaben ab der Grösse von 300‘000 m3 ist im Rahmen des Bewilligungsverfahrens eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen. Auflagen und Rekultivierungsziele sind in dieses Verfahren einzubringen.

Als Grundlage der Behandlung des Materialabbaus im Richtplan gilt das Rohstoffversorgungskonzept Steine und Erden aus dem Jahr 1995 (vgl. separater Text „Abbau Steine, Erden und Salz").

Die in den Richtplanbeschlüssen aufgeführten Materialabbaugebiete werden in der Richtplangesamtkarte mittels der Standardsignatur „Materialabbaugebiet von kantonaler Bedeutung“ dargestellt. Für die genaue Abgrenzung dieser Gebiete ist die Grundlagenkarte der Abteilung Raumentwicklung massgebend. Im Übrigen erfolgt die parzellenscharfe Abgrenzung im Rahmen der nachgeordneten Nutzungsplanung.

Herausforderung

Der Materialabbau steht in Konkurrenz zu anderen wichtigen Nutzungen vorab zur Grundwasserbewirtschaftung und der Landwirtschaft. Weitere tangierte Interessen sind namentlich der Landschaftsschutz und der Bodenschutz.

Planungsgrundsätze

Nichterneuerbare Rohstoffe wie Sand, Kies, Ton und Festgesteine sind haushälterisch, umwelt- und landschaftserträglich zu nutzen. Die Bedürfnisse der Tiere und Pflanzen, für welche Kiesgruben wichtige Überlebensinseln darstellen, und die Durchgängigkeit des Gebiets für wandernde Tiere sind beim Betrieb von Abbaustellen zu berücksichtigen.

Die Festsetzung neuer Materialabbaugebiete der Kategorien Zwischenergebnis und Vororientierung kann nur erfolgen, wenn der Nachweis erbracht wird, dass dies für die regionale mittlere Versorgung erforderlich ist.

Festlegen von Materialabbauzonen

Neue Materialabbauzonen können unter folgenden Voraussetzungen festgelegt werden:

  • Das entsprechende Materialabbaugebiet ist festgelegt
  • Der Rohstoffbedarf ist im Einzelfall nachgewiesen
  • Die abbaubare Kiesmächtigkeit beträgt mindestens 6m
  • Innerhalb der Geländekammer erfolgt der Abbau nur an einer Stelle

Die folgenden Beurteilungskriterien sind namentlich zu berücksichtigen:

  • Materialqualität
  • Beitrag zur regionalen Versorgung
  • Grundwasser
  • beanspruchte Fruchtfolgefläche
  • beanspruchte Waldfläche
  • betroffene Landschafts- und Naturwerte
  • Transportauswirkungen (Ortsdurchfahrten, Luftreinhaltung)
  • Auffüllung, Folgenutzung